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Jeongyun Hyun

2026 wurde der Lotte-Hofmann-Preis für Textilkunst an Jeongyun Hyun vergeben. Die Preisverleihung fand am 18. Oktober 2026 in der Textilsammlung Max Berk in Heidelberg statt. In der Ausstellung waren neben ihren Arbeiten auch Exponate der beiden Förderpreisträgerinnen Magdalena Sophie Orland und Alexandra Ross sowie von 19 weiteren Textilkünstlerinnen zu sehen. Laufzeit der Ausstellung: 18.10.2026 bis 10.01.2027.

Jeongyun Hyun (geb. 1994 in Südkorea) lebt und arbeitet als Textilkünstlerin in Halle. Sie studierte Keramikdesign an der Universität in Seoul und anschließend Modedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Im Zentrum ihrer künstlerischen Praxis steht ihr Interesse an der Stickerei. 2025 wurde sie mit dem GRASSI Preis der Sparkasse Leipzig ausgezeichnet. 2026 war sie auf der Ausstellung Talente in München zu sehen. Jetzt wurde sie mit dem Lotte-Hofmann-Gedächtnispreis für Textilkunst 2026 ausgezeichnet.
Hyun malt mit Nadel und Faden. Die Stickereien der Südkoreanerin haben ihre Wurzeln in der traditionellen koreanischen Nadelmalerei, bekannt als Jasu, einer jahrhundertealten Stickkunst, die durch ihre filigrane Technik besticht und technisch nichts mit klassischer Malerei zu tun hat. Stich für Stich entstehen Werke, die sich deutlich von klassischer Malerei unterscheiden und zugleich auch mit den klischeehaften Motiven der Stickerei brechen. Sie greift moderne Alltagsszenerien auf, die weit über die süße und liebliche Attitüde herkömmlicher Stickerei hinausgehen. Natürlich findet man auch bei ihren Arbeiten Versatzstücke aus der Natur wie Blumen, Schmetterlingsflügel, Fische oder Vögel. Aber ihre Bildsprache ist durch und durch eigenständig, irritierend und geheimnisvoll.

Die Motive werden zunächst gezeichnet und dann auf den Stoff übertragen. Gestickt wird von Hand. Jede Arbeit entsteht in einem langsamen, konzentrierten Prozess. Je nach Größe und Komplexität dauert es Tage oder auch mehrere Monate, bis ein Werk fertig ist. Persönliche Vorlieben und verborgene Schichten des Bewusstseins der Künstlerin werden dabei sichtbar. Sie versteht ihre Arbeiten, die auf der Außenseite sanft und feinfühlig wirken können, während die Rückseite oft rau bleibt (so wie das Leben selbst!) als ein Archiv des Inneren.
Weitere Arbeiten bei Instagram unter @blackspear_onthelake